Konfirmation

Die Konfirmationsfeier steht in der Württembergischen Evangelischen Landeskirche in einer langen Tradition.

Festlicher Höhepunkt der Konfirmandenzeit ist die Konfirmation. Die Gemeinde feiert einen Gottesdienst, der sich besonders an den Konfirmandinnen und Konfirmanden orientiert. Ihnen gilt der Zuspruch des Evangeliums in der Ver­kündigung und in den Denksprüchen ohne Unterschied. Alle Jugendlichen, auch Mädchen und Jungen mit geistigen, seelischen und körperlichen Besonderheiten, sind zur Konfirmandenarbeit und Konfirmation in der Gemeinde eingeladen.

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden vergegenwärtigen der Gemeinde wesentliche Inhalte des christlichen Glaubens. Sie bekennen sich zu Gott, auf dessen Namen sie getauft wurden. Die Gemeinde betet für sie.

Unter Handauflegung empfangen sie den Segen Gottes. Mit ihnen kommen ihre Familien (besonders die Eltern, Großeltern, Patinnen und Paten) in den Blick. Für sie wie auch für ihre Kinder ist dieser Gottesdienst ein bedeutungsvolles Ereignis.

Die landeskirchliche Rahmenordnung für die Konfirmandenarbeit (2000) legt einen Schwerpunkt auf die Orientierung der Konfirmation an der Lebenswelt der Jugendlichen.

Damit werden einerseits Aspekte des traditionellen Verständnisses aufgenommen, andererseits wird dieses auch korrigiert. Die Einführung der Konfirmation in der evangelischen Kirche in Württemberg im Jahr 1723 erfolgte „zum Zwecke ... der Tauferneuerung und der Abendmahlszulassung für die Kinder". Geblieben ist der enge Bezug der Konfirmation zur Taufe und zum Abendmahl. Verändert hat sich, dass die Konfirmation nicht mehr Voraussetzung für die Zulassung zum Abendmahl ist.

Von Anfang an war die Konfirmation in Württemberg auch Abschluss des Katechismusunterrichts, wie ihn schon die Kirchenordnung von 1553/59 vorgeschrieben hatte:

„Wir wollen und ordnen auch, so ein Jungs vorhin das Sacrament des Nachtmals nicht empfangen, das es nicht ehe zugelassen werde, es sey dann zuvor dem Pfarher fürgestelt, das es von der Leer der Religion befragtet, verhöret und bericht werden mag. Damit es das Sacrament des Nachtmals nicht mit unverstand zur Ergernuß der Kirchen, und zu nachtheil seiner Seligkeit empfahe."

Getauftsein wurde beim Katechismusunterricht vorausgesetzt; die Zulassung zum Abendmahl wurde erst nach erfolgter Prüfung anhand der „Fragstücke" ausgesprochen. Der Prüfungsgedanke tritt heute zurück.